Der Echo-Preis wird eingestellt

Nach einem Skandal um den deutschen Musikpreis Echo hat der Bundesverband für die Musikindustrie letztes Jahr beschlossen, den Echo abzuschaffen. Der Entschluss wurde bei einer außerordentlichen Sitzung gefasst, die auf die umstrittene Preisverleihung an die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang folgte.

Das Rapper Duo, das bei der letzten Echo-Verleihung den Preis in der Kategorie Hip-Hop erhielt und damit einen Skandal auslöste, hatte mit seinem Album “Jung, Brutal, Gutaussehend 3” schon im Vorfeld für Kontroversen gesorgt. Man hatte den Rappern insbesondere wegen einer Textzeile in einem ihrer Songs schon vor der Preisverleihung Rassismus und Antisemitismus vorgeworfen. Nach der Verleihung gaben viele Künstler ihren Echo aus Protest zurück, darunter Marius Müller-Westernhagen und Daniel Barenboim.

In einer Stellungnahme sagt der Vorstand des BVMI, dass ein renommierter Musikpreis wie der Echo keinesfalls zur Plattform für Antisemitismus, Gewaltverharmlosung, Frauenverachtung oder Homophobie wahrgenommen werden darf. Er entschuldigt sich für den Vorfall, ohne dabei die beiden Rapper zu benennen, und meint, ein solcher Fehler dürfe in Zukunft nicht wiederholt werden.

Wie sieht die Zukunft deutscher Musikpreise aus?

Als drittgrößter Musikmarkt der Welt steht es außer Frage, dass Deutschland auch in Zukunft renommierte Musikpreise brauchen wird, um Sänger und Musiker für ihre Leistungen auszuzeichnen.

Die Marke Echo ist jedoch durch die Vorfälle im letzten Jahr so stark beschädigt worden, dass ein totaler Neuanfang nötig ist. Auch der Echo Jazz und der Echo Klassik sollen in den Neubeginn einbezogen werden. Dabei werden die Kriterien für die Nominierung und Preisvergabe völlig neu überarbeitet und die bisherigen Gremien werden eingestellt. Gespräche darüber, wie der neue Preis aussehen soll, sind noch im Gange. Dabei berät sich der BVMI mit Künstlern und der gesamten Musikbranche. Außerdem hat der BVMI anerkannt, dass eine Debatte um die Kunstfreiheit gesellschaftlich notwendig ist. Mit diesem Anliegen ist der Vorstand des BVMI bereits an andere Institutionen herangetreten.